Wirtschaft

Die Wirtschaft der RMI wird in erheblichem Maße von den Finanzhilfen der USA im Rahmen des "Compact of Free Association with the United States" bestimmt. Als Gegenleistung für die Nutzung der strategisch wichtigen Raketenbasis auf Kwajalein durch die Vereinigten Staaten erhalten die Marshaller jährlich 65 Mio. US-$ Entwicklungshilfe (GARBE 1991, S.50-63; KREISEL 2004, S. 347; MUNZINGER ARCHIV GMBH 2005). Das Bruttoinlandsprodukt der von den Vereinten Nationen als "Small Island Developing State" (dt.: "Kleines Entwicklungsland mit Inselcharakter") klassifizierten RMI wurde im Jahr 2000 auf 115 Mio. US-$ (entspricht ca. 2.190 US-$ pro Einwohner) beziffert. Dazu trug der tertiäre Sektor mit einem Anteil von 70,6% bei, während der primäre und sekundäre Sektor mit je rund 14% einflossen (KREISEL 2004, S. 340; MUNZINGER ARCHIV GMBH 2005). Im Finanzjahr 2000/2001 wies die Zahlungsbilanz der RMI ein Minus von 1,7 Mio. US-$ auf (MUNZINGER ARCHIV GMBH 2005).

Die Handelsbilanz für das Jahr 2000 verzeichnete ein Defizit von 61,0 Mio. US-$. Dabei beliefen sich die Exporte auf 7,3 Mio. US-$, wobei vorwiegend Koprakuchen (Anteil: 16,3%), unverarbeitetes Kokosnussöl (14,7%) sowie Haus- und Zierfische (6,2%) ausgeführt wurden (KREISEL 2004, S. 336). Im Gegenzug importierte man Güter im Gesamtwert von 68,2 Mio. US-$. Einen Großteil der Einfuhren machten mineralische Brennstoffe (Anteil: 43,6%), Maschinen- bzw. Transportausrüstung (16,9%) und Nahrungsmittel (10,9%) aus (KREISEL 2004, S. 337f.). Die Vereinigten Staaten waren und sind der mit Abstand wichtigste Handelspartner der Marshallinseln (MUNZINGER ARCHIV GMBH 2005). Offizielle Währung ist der US-Dollar. In der Vergangenheit wurde die RMI in westlichen Medien häufig als Steueroase kritisiert, weswegen vor einigen Jahren erfolgreich mit der Bekämpfung von Geldwäscheaktivitäten begonnen wurde.

Die Landwirtschaft spielt auf den Marshallinseln nur eine untergeordnete Rolle und dient in erster Linie der Selbstversorgung. Dagegen erhofft man sich vom Verkauf von Fischereilizenzen an ausländische Unternehmen Impulse für die Wirtschaft des Landes. Auch die Phosphatvorkommen auf dem Ailinglaplap-Atoll stellen eine wichtige Einnahmequelle dar. Geplant ist zudem die Förderung der am Meeresboden entdeckten Manganreserven (EMBASSY OF THE REPUBLIC OF THE MARSHALL ISLANDS 2005b, MUNZINGER ARCHIV GMBH 2005). Noch bedeutender scheint in den nächsten Jahren jedoch der Tourismus zu werden. Die staatliche "Marshall Islands Vistors Authority" (dt.: "Fremdenverkehrsamt der Marshallinseln", kurz: MIVA) setzt hierbei einerseits auf die Vermarktung gängiger Südseeklischees, aber andererseits auch auf Aktivurlaub mit Tauch- und Angelmöglichkeiten (MARSHALL ISLANDS VISITORS AUTHORITY 2002).

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