Landesnatur

Lage und Atolle

Die im westpazifischen Ozean gelegene Republik der Marshallinseln (kurz: RMI) besteht aus fünf Rifftafelinseln und 29 Atollen (BARATTA 2003, S. 567; EMBASSY OF THE REPUBLIC OF THE MARSHALL ISLANDS 2005c; MUNZINGER ARCHIV GMBH 2005), die sich ihrerseits aus insgesamt 1220 kleinen Riffinselchen, "motu" genannt (KREISEL 2004, S. 21), zusammensetzen. Die Rifftafelinseln und Atolle lassen sich in zwei nahezu parallel verlaufende Ketten zwischen 4° und 15° nördlicher Breite sowie 160° und 173° östlicher Länge untergliedern. Im Nordosten des Staatsgebiets befindet sich die Ratak-Gruppe (dt.: Sonnenaufgangsgruppe), die 14 Atolle sowie zwei Inseln bei einer Landfläche von lediglich 88,1km² umfasst. Die südwestlich davon gelegene Ralik-Gruppe (dt.: Sonnenuntergangsgruppe) ist mit 93,2km², verteilt auf 15 Atolle und drei Inseln, nur geringfügig größer (BARATTA 2003, S. 567; STAHN 1999, S. 404). Insgesamt ergibt sich damit eine Landfläche von 181,3km², die sich auf ein Ozeangebiet von rund 2.131.000km² (EEZ) verteilt (BARATTA 2003, S. 567; KREISEL 2004, S. 310). Das Atoll Kwajalein umschließt mit seinen 93 "motus" eine der weltgrößten Lagunen (2.174km²) (SPENNEMANN 1998). Traditionell zählt man zu den Marshallinseln auch die Insel Eneen-Kio, die heutzutage jedoch unter dem Namen "Wake" von den USA verwaltet wird. Bei sämtlichen Inseln und Atollen der RMI handelt es sich um so genannte "low islands" aus Korallenkalk, die im Durchschnitt nur knappe drei Meter über den Meeresspiegel hinausragen. Die Entstehung der Atolle ist auf unterseeische Vulkaninseln zurückzuführen, um deren absinkende Gipfel sich ringförmig Korallenriffe ausbildeten, die im Laufe der Zeit bis an den Ozeanspiegel anwuchsen. Die einzige nennenswerte Erhebung des Staatsgebiets befindet sich mit rund zehn Metern ü.N.N. auf dem in der Ratak-Kette gelegenen Likiep-Atoll (CENTRAL INTELLIGENCE AGENCY 2005, MUNZINGER ARCHIV GMBH 2005). Mit diesen naturräumlichen Gegebenheiten wären die Marshallinseln eines der ersten Länder, das einem steigenden Meeresspiegel zum Opfer fallen würde.

Eine Karte der Marshallinseln finden Sie auf der Startseite.

Klima

Das durch die Nordostpassate beeinflusste Klima des Inselstaats lässt sich als tropisch feucht-heiß charakterisieren, wobei hinsichtlich der Temperaturen und insbesondere der Niederschlagsmengen Unterschiede zwischen den nördlichen und südlichen Atollen erkennbar sind. Die mittlere jährliche Durchschnittstemperatur beträgt im Süden des Landes 28°C, während im Norden geringfügig kühlere 26°C erreicht werden (KLEY 1996, S. 518). In der Regel können die landesweit niedrigsten Temperaturen tagsüber bei starken Regenschauern gemessen werden. Zudem fällt im Süden mit bis zu 4.000mm im Jahresdurchschnitt deutlich mehr Niederschlag als im relativ trockenen Norden (ca. 500mm) (EMBASSY OF THE REPUBLIC OF THE MARSHALL ISLANDS 2005d; GALBRAITH, BENDURE, FRIARY, 2000, S. 153; KLEY 1996, S. 518). Der Großteil aller Niederschläge verteilt sich auf den Zeitraum zwischen Mai und November. In manchen Jahren, wie beispielsweise 1998, kann es jedoch bei ausbleibenden Niederschlägen infolge des "El-Niño"-Klimaphänomens auch zu Dürreperioden kommen (GALBRAITH, BENDURE, FRIARY, 2000, S. 153). Taifune traten in den vergangenen Jahren immer häufiger auf.

Flora und Fauna

Bedingt durch die nährstoffarmen korallinen Böden der Inseln und der beträchtlichen Entfernung zum asiatischen Kontinent, ist die Vegetation der Marshallinseln durch Artenarmut gekennzeichnet. Trotz der im porösen Untergrund vorhandenen Süßwasserlinsen prägen salztolerante Pflanzen die natürliche Vegetation (z.B. die Kokospalme). Neben Cocos nucifera gedeihen auf den Inseln und Atollen insbesondere der Schraubenbaum (Pandanus odoratissimus), Bananenstauden (Musa sapientium), der Brotfruchtbaum (Artocarpus atilis) sowie Taro (Colocasia esculenta) und Gräser. Ähnlich artenarm präsentiert sich die Landtierwelt der Marshallinseln (Ratten, kleinere Echsen und verschiedene Vogelarten). Umso reicher ist dagegen die farbenfrohe Unterwasserfauna mit zahlreichen Fischarten, Meeresschildkröten, Korallen, Krabben und anderen Wirbellosen (KLEY 1996, S. 518)

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